Bericht Streitschlichterausbildung 2013 /2014

foto2kopie_20140409_163914381Im Schuljahr 2013 / 2014 wurden zum ersten Mal Streitschlichter ausgebildet. Jasmin Koller, Timo Frankl (beide aus der 8. Klasse) und Rebecca Zuber (aus der 9. Klasse), die unter anderem Anti-Mobbing-Helfer oder Klassensprecher sind, meldeten sich für die Ausbildung als Streitschlichter. Gemeinsam mit der Mittelschule Regenstauf fand die Ausbildung an insgesamt 4 Tagen statt und umfasste ungefähr 30 Stunden, in denen durch Spiele, Übungen und Gespräche vermittelt wurde, wie positiv mit Konflikten umgegangen werden kann.

Bereits an einem Nachmittag im Dezember 2013 trafen sich die angehenden Streitschlichter an der Mittelschule in Regenstauf von 11:30 bis 15.30 Uhr und lernten sich untereinander kennen. Dabei war eine der ersten Fragen, warum sie Streitschlichter werden wollen und welcher Nutzen ihnen daraus entsteht. Eine Schülerin antwortete ohne Zögern, dass sie anderen Schülern helfen möchte, damit diese ihre Konflikte angemessen austragen können.

Zunächst musste erarbeitet werden, welche Arten von Konflikten oder Gewaltarten es überhaupt gibt. Dabei unterschieden die Schülerinnen und Schüler zwischen körperlicher, seelischer Gewalt und der Sachbeschädigung, die jeweils mit Beispielen aus dem Schulalltag untermauert wurden. Anhand des Eisberg-Modells lernten die künftigen Streitschlichter, dass nur der sogenannte Sachkonflikt sichtbar ist und sich im Hintergrund ganz viele andere Dinge wie Interessen, Bedürfnisse, persönliche Probleme, Werte, Missverständnisse oder Sichtweisen befinden, die nur behutsam erkannt werden können.

foto3kopie_20140409_163916425Wie etwa durch das aktive Zuhören bei dem es wichtig ist, sich in die andere Person hineinzuversetzen, Verständnis und Interesse zu zeigen, den anderen ausreden zu lassen, nachzufragen und auch Gedanken und Gefühle des Sprechenden zu benennen und zu wiederholen.

An einem zweiten Nachmittag im Februar 2014 trafen sich die Jugendlichen erneut in Regenstauf, um weitere Grundlagen für ihre Arbeit als Streitschlichter in Erfahrung zu bringen. Hierbei lernten sie den Unterschied zwischen Gefühlen und Bedürfnissen kennen und dass sich aus einem Gefühl immer ein bestimmtes Bedürfnis ergibt. Auch die sogenannte Ich-Botschaften wurden an diesem Nachmittag ausführlich geübt.

Zu guter Letzt krönte die Ausbildung zum Streitschlichter im Februar ein zweitägiger Aufenthalt im Naturfreundehaus in Schönhofen von Donnerstag bis Freitag. Dort wurden zum einen die bisher erlernten Grundlagen und Streitschlichter-Fähigkeiten durch viele praktische Übungen aufgefrischt. Die Schülerinnen und Schüler übten das aktive Zuhören, wie und woran Gefühle erkannt und ausgedrückt werden. Außerdem lernten sie, wie ein wertschätzender Umgang miteinander aussehen soll und vor allem wie sie passende Lösungen einschätzen können.

Zum anderen waren „alte“ Streitschlichter der Mittelschule Regenstauf dabei, weshalb den Schülerinnen und Schülern genügend Zeit gegeben wurde, um sich kennenzulernen und Erfahrungen sowie Fragen austauschen zu können.

foto6_20140409_164333342Natürlich wurde in Schönhofen nicht nur gearbeitet und geübt. Es wurde gespielt, draußen getobt und möglichst viel gelacht.

Damit die Verpflegung gesichert war, kochten verschiedene Schüler für die Gruppe, deckten den Tisch und spülten das benutzte Geschirr.

Nach zwei Tagen ging es nach einem gelungenen Streitschlichterseminar wieder nach Hause.

Zurück in der Schule gab es noch einiges zu tun. Das Nebenzimmer des Mehrzweckraums wurde zum Schlichtungszimmer umfunktioniert und die neuen Streitschlichter durften ordentlich die Werbetrommel rühren. In den Klassen der Mittelschule stellten Jasmin, Rebecca und Timo sich und ihre Tätigkeit vor, da bisher noch keiner Streitschlichtung an der Schule kannte.

Jeden Tag stehen die drei Streitschlichter in den Pausen im Pausenhof oder der Aula als Ansprechpartner bereit, wenn zwei Konfliktparteien einen Streit klären möchten. Entweder kommen die Streitenden auf die Streitschlichter zu, werden von einer Lehrkraft geschickt oder von den Streitschlichtern angesprochen, ob sie den Konflikt mit ihrer Hilfe klären möchten.

Im Schlichtungsgespräch gelten ein paar Regeln:

  • Eine Streitschlichtung wird immer vertraulich behandelt, d.h. der Ablauf der Schlichtung und das Ergebnis werden nicht weitererzählt oder an Lehrkräfte weitergegeben.
  • Die Streitschlichter hören beiden Seiten zu und sind unparteiisch.
  • Die Streitschlichter werden den Streit für die beiden Konfliktparteien nicht lösen, sondern wollen diesen helfen, eine Lösung zu finden.
  • Die Streitenden sollen die Wahrheit sagen und den anderen ausreden lassen.

Auch für das nächste Schuljahr ist eine Ausbildung neuer Streitschlichter geplant, wofür noch interessierte und geeignete Schülerinnen und Schüler gesucht werden!

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