Ein heißes Thema – Smartphone, WhatsApp, Facebook und Computerspiele

Jeder kennt das Bild: Zunehmend jüngere Kinder sitzen gebannt vor dem Tablett oder wischen in einer Tour mit dem Daumen über das Display ihres Smartphones und viele Eltern machen sich Sorgen. Diese Grundstimmung in der Elternschaft veranlasste Frau Sandra Gansbühler, die Jugendsozialarbeiterin der J.-B.-Laßlebenschule, mit Frau Christmann von der Jugendschutzstelle der Stadt Regensburg eine anerkannte Fachfrau zu einem Vortrag an die Schule zu holen. Tenor des Vortrags war, dass es einen Jugendschutz im Internet faktisch nicht gäbe und alle Sicherheitsbarrieren relativ leicht umgangen werden könnten. Der wichtigste Punkt in der Medienerziehung sei deshalb, ständig mit seinen Kindern im Dialog zu bleiben, über Gefahren im Internet zu reden und auf das Einhalten von Regeln zu pochen. So plädierte Frau Christmann dafür, einige Zeiten absolut Handy frei zu halten: die gemeinsamen Essenszeiten, die Hausaufgabenzeit und die Schlafenszeit. Es könne nicht sein, dass das ständige Gepiepse oder Vibrieren das gemeinsame Gespräch, die Konzentration oder die Nachtruhe störe. Gleichzeitig riet die Fachfrau aber auch zu einem Quäntchen Gelassenheit: Soziale Medien seien auch ein wichtiges Kommunikationsmittel, meinte sie, man müsse aber auf jeden Fall seine Kinder auf die Gefahren hinweisen. Facebook und WhatApp sind kostenlos und verdienen ihr Geld mit dem Datenhandel. So greife WhatApp auf alle Daten des Smartphones zu. Während viele Eltern wissen, dass Facebook erst ab einem Alter von 13 Jahren frei zugänglich sei, war es für viele Zuhörer neu, dass die beliebte Kommunikations-Plattform “ WhatApp“ erst ab 16 Jahren genutzt werden dürfe. Modern sei es im Moment bei vielen Jugendlichen, sich möglichst vielen Gruppen anzuschließen. So kann es durchaus passieren, dass an einem Tag bis zu 300 Kurznachrichten pro Tag auflaufen. Ein anderes Problem sind Kettenbriefe, die sofort weitergeschickt werden müssten, da sonst fürchterliche Folgen drohen. Die Briefe seien teils so drastisch formuliert, dass gerade jüngere Kinder davon Alpträume bekämen. Hier sei es wichtig, die Kinder im Vorfeld zu ermuntern, mit den Eltern zu reden, wenn es irgendetwas verstöre. Die Mediennutzung dann zu verbieten, wäre der falsche Weg, genauso wie heimliches Ausspionieren des Smartphones oder des Facebook-Accounts. Frau Christmann riet nochmals eindringlich, sich genau anzuschauen, warum das Kind so viel Zeit mit dem Smartphone oder dem Tablett verbringe: Habe das ganze Unterhaltungscharakter oder sei es ein Rückzug aus der realen Welt? Im ersten Fall könnten Regeln helfen, im zweiten Fall solle man sich Hilfe bei der Erziehungsberatung holen. Aufklärungsbedarf besteht auch bei den Computerspielen mit Altersbeschränkung: Hier seien es oft Großeltern oder ältere Geschwister, die den Kindern diese Spiele zur Verfügung stellen würden, denn beim Kauf würde der Jugendschutz noch einwandfrei funktionieren. Ein weiteres Feld, das man mit den jugendlichen Nutzern besprechen muss, sind als normale Beiträge getarnte Werbebotschaften oder Abo-Fallen, die vor allem bei Computerspielen durch ein zufälliges Anklicken zuschnappen. Hier können in kurzer Zeit hohe Gebühren auflaufen. Auch Cybermobbing sei immer noch ein Thema. Leider könne man seine Kinder nur bedingt davor schützen, denn auch Kinder ohne Medienzugang seien davor nicht gefeit. Auch hier nannte Frau Christmann ein Hilfsmittel: Reden, reden, keine Vorwürfe machen und sich fachkundige Hilfe suchen, zum Beispiel bei der Jugendsozialarbeiterin. „Interessant war der Vortrag, da alle wichtigen Themen angesprochen wurden“, meinte eine Mutter. „Ich selbst bin mit diesen Medien sehr vorsichtig. Ich würde mir wünschen, in einem Schritt-für-Schritt-Kurs zu lernen, mit welchen Einstellungen ich mein Kind wenigstens etwas schützen kann“. Frau Gansbühler informierte die Eltern am Schluss darüber, dass weitere medienpädagogische Projekte für die Kinder geplant seien. In den letzten Schulwochen kämen ältere Schüler in die 4. und 5. Klassen, um mit den Kindern die Fallen von Facebook und Co. vermeiden zu helfen.

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