Rumba, Samba, Jive und Cha-Cha-Cha (Klasse 8)

Renate Wild und ihr Mann Oskar haben ihr Hobby zum Beruf gemacht. Seit 25 Jahren leiten die beiden das Hobby-Tanzstudio in Laaber.

Laaber. Aus dem Proberaum dringen Rhythmen eines Square Dance. Drei- bis Sechsjährige bewegen sich flott und schrittsicher vor der verspiegelten Rückwand des Studios. Im Spiegel überprüfen sie bereits professionell, ob sie ihre Bewegungen auch exakt ausführen. Renate Wild, die zusammen mit ihrem Mann Oskar seit 25 Jahren das Hobby-Tanzstudio in Laaber leitet und seit 21 Jahren erste Vorsitzende des Tanzclubs ist, freut sich über den einzigen Jungen der Gruppe, Henri-Daniel. Denn leider mangelt es vor allem in den Jugend-Gruppen an Tänzern. Dennoch zählt der Tanzclub über 300 Mitglieder aus den Landkreisen Regensburg, Schwandorf, Hemau und Parsberg.

Renate Wild ist sehr stolz auf ihre Tänzerinnen und Tänzer, die schon Bayerische und Deutsche Meisterschaften gewonnen haben. Fotos wunderschöner Tanzpaare hängen an den Wänden des Studios. Oskar Wild unterstützt seine Frau tatkräftig und meint, dass der Tanzclub allein durch Mundpropaganda so bekannt geworden sei. Die beiden bezeichnen ihr Tanzstudio auch als „Fahrende Tanzschule“, da sie vorwiegend Tanzkurse für Abschlussklassen an vielen Schulen im Umkreis durchführen.

Im Tanzstudio selbst werden mehr als 16 unterschiedliche Tanzarten unterrichtet, auch von einer Diplom-Balletttrainerin und einem Hip-Hop-Trainer. Am beeindruckendsten aber sind die lateinamerikanischen Tänze, und hier vor allem die Kleider der Damen. „Wenig Stoff und viel Geld!“, so drückt Oskar Wild aus, dass die Kleider der Tänzerinnen viel Haut zeigen, sehr anspruchsvoll gearbeitet und auch sehr teuer sind. Gewinnen die Paare bei Meisterschaften Pokale, so ist damit leider kein Preisgeld verbunden.

„Das Tanzen ist also ein kostspieliges Hobby. Es fordert nicht nur den Körper, sondern auch den Geist und fördert das soziale Verhalten“, erklärt Oskar Wild. Aber nicht nur deshalb werden die bis zu 80-jährigen „Golden Girls“ des Tanzclubs so eifrig bei der Sache sein. Es wird ihnen vermutlich vor allem Spaß machen.

„Da der Beruf des Tanzlehrers kein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf ist, war es schwierig, sich selbstständig zu machen“, erzählt Renate Wild. „Wichtig in diesem Beruf sind eine laute Stimme und natürlich viel Spaß am Tanzen.“ Sie selbst hat den Beruf der Einzelhandelskauffrau erlernt, ihr Ehemann Oskar war Sonderschullehrer. Beide haben leidenschaftlich gerne getanzt und auch erfolgreich an Meisterschaften teilgenommen. Immer mehr Freunde und Verwandte haben sie gebeten, ihnen doch ein bisschen das Tanzen beizubringen. Und so ist ihnen die Idee gekommen, ein Tanzstudio zu eröffnen. So haben sie ihr Hobby zum Beruf gemacht.

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.